Laboratorium und Pumpenhaus (12)

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Laboratorium

Etwa zeitgleich mit dem Stahlwerk richtete das St. Ingberter Eisenwerk ein chemisches Laboratorium mit Materialprüfung ein. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Schule der französischen Bergwerksverwaltung in den Gebäuden untergebracht. Neben dem früheren Laboratorium steht etwas versetzt das ehemalige Pumpenhaus. Laboratorium und Pumpenhaus werden heute vom städtischen Gewerbe- und Technologiepark genutzt, der jungen Firmen Büro- und Tagungsräume zu günstigen Bedingungen anbietet.

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Pumpenhaus

 

Über Jahrhunderte beruhte die Eisenherstellung wie das Handwerk auf Erfahrung. Das in langjähriger Berufsausübung erworbene Wissen wurde innerhalb der Familien der Schmelzer und Schmiede weitergegeben. Häufig versuchten die Hüttenunternehmer, die Einzelheiten neuer Produktionsverfahren, wie z.B. des Puddelprozesses, geheim zu halten. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hielt nach und nach die Wissenschaft Einzug in das Hüttenwesen. Mechanik, Metallurgie, Maschinenbau und Elektrotechnik gründeten sich vorrangig auf Berechnung und Experiment. In dem Maße, wie es gelang, die Vorgänge bei der Eisen- und Stahlerzeugung mit wissenschaftlichen Methoden zu erforschen und zu beeinflussen, verlagerte sich das Wissen um die Produktionsvorgänge von den Facharbeitern und Meistern auf den neuen Beruf der Ingenieure. Die Anforderungen des noch neuen Thomasverfahrens dürften zur Gründung des Laboratoriums beigetragen haben.

Während die Dampfmaschine und später die Elektrizität das Wasser als Antriebskraft ablösten, nahm seine Bedeutung für Kühl- und Reinigungszwecke zu. Das Pumpenhaus entstand mit den Stahl- und Walzwerksanlagen im oberen Werk. Ab 1906 wurde die Wasserversorgung zusammengefasst und das Pumpenhaus zur Hauptpumpstation ausgebaut. Außerdem wurde ein geschlossenes Rohrleitungsnetz geschaffen. Neben dem Gebäude ist das letzte von früher zahlreichen Klärbecken erhalten geblieben. Zwischen Pumpenhaus und Kastanienweg verläuft der Schmelzkanal noch ein kurzes Stück oberirdisch.

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