Möllerhalle (16)

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Die Möllerhalle von 1750 ist das älteste Industriedenkmal im Saarland. Als Möller wird die Mischung aus Erz und den zur Verhüttung erforderlichen Zuschlägen, z.B. Kalk, bezeichnet, die den Rohstoff der Eisenverhüttung bildet. Hinter der Möllerhalle stand der erste Hochofen des Eisenwerks. Später diente die Möllerhalle der Werkskapelle des Hüttenvereins als Proberaum und wurde deshalb auch Musikhaus genannt.
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Als Brennstoff für die Eisenverhüttung wurde Holzkohle eingesetzt. Zwei Kohlenscheuern standen etwa an der Stelle des späteren Konsumgebäudes, wegen der Feuergefahr in gebührendem Abstand zum Hochofen. Möller und Holzkohle wurden von oben in den Hochofen geschüttet. Um den Kraftaufwand beim Transport gering zu halten, nutzte man die Hanglage. Deshalb stand der Hochofen im Tal hinter der Möllerhalle.

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Schon 1782 wird eine Glocke am Hochofen erwähnt. Sie diente vermutlich dazu, die Hüttenleute zur Arbeit zu rufen, wenn das Eisen geschmolzen war und abgestochen werden konnte. Die Uhr auf dem Dach der Möllerhalle steht für den neuen Zeitbegriff der Industrialisierung. Während Bauern und Handwerker ihre Tätigkeit am natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten und am Wechsel von Tag und Nacht ausrichteten, unterwarf die Organisation der Fabrik, ausgehend von der Arbeitzeit, das gesamte menschliche Leben dem in gleichmäßige Einheiten unterteilten, immer gleichen, messbaren Rhythmus der mechanischen Uhr.
Im ersten Weltkrieg verstummten die Klänge der Werkskapelle, als das im Schlafhaus untergebrachte Lazarett den Raum als Leichenhalle benutzte.

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Anfang der 1960er Jahre wurde das Musikhaus zur Kapelle im kirchlichen Sinne. Die Pfarrei St. Hildegard hielt alle vier Wochen eine Messe auf der Alten Schmelz ab, um Kranken und Gehbehinderten, die in der Nähe wohnten, den weiten Weg zur St. Hildegardskirche zu ersparen. Tatsächlich kamen auch zahlreiche Gottesdienstbesucher aus anderen Teilen St. Ingberts. Heute harrt das traditionsreiche Gebäude einer neuen Nutzung, die seiner Bedeutung als Denkmal der Industrie- und Ortsgeschichte gerecht wird.16c neu

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