Mechanische Werkstatt (17)

 

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In der Mechanischen Werkstatt, die Ende 1907 den Betrieb aufnahm, wurden Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten ausgeführt, aber auch Maschinen und Anlagen für den Eigenbedarf des Eisenwerks umgebaut und neu eingerichtet. Der dreischiffige Aufbau des Gebäudes entsprach der Organisation des Werkstattbetriebs. Während der mittlere Teil als Transportbereich diente, befanden sich an den Seitenwänden die Werkbänke. Zum hohen Innenraum und zu den Transporteinrichtungen hin standen die Werkzeugmaschinen. Die Erfüllung funktionaler Anforderungen verbindet sich mit einer anspruchsvollen Architektur.

 

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Im Hüttenbetrieb fiel eine große Zahl an Handwerksarbeiten an. Maschinen mussten repariert werden und wurden zum Teil selbst hergestellt, Maurer kümmerten sich um die Öfen und Feuerungsanlagen, Bauhandwerker hielten Werksgebäude und Wohnungen instand. Außerdem unterhielt das Werk eine eigene Eisenbahnwerkstätte. Anders als heute bemühten sich die großen Unternehmen darum, möglichst viele Arbeiten selbst auszuführen. Im Zuge des Werksausbaus und der rationelleren Gestaltung der Arbeitsabläufe zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auch die Instandhaltungsarbeiten zusammengefasst und neu organisiert. Dabei wurden die Metallarbeiten in der neuen Mechanischen Werkstatt vereinigt.

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Ein Gleis mit Normal- und Schmalspur führte in die Halle. Mit einem Kran, der den Raum in der ganzen Länge durchlief, konnten schwere Teile befördert werden. Unterhalb der Kranschienen verliefen die Antriebswellen, die über Transmissionsriemen die Werkzeugmaschinen antrieben.
Das Gebäude erfüllte nicht nur die Anforderungen an einen modernen, rational organisierten Werkstattbetrieb. Der Wechsel gelber und roter Ziegelflächen und die Gliederung der Fassade durch Bänder und Lisene zeugen auch vom Bemühen um eine ästhetische und repräsentative Gestaltung. Im gleichen Stil wurden zu dieser Zeit die Elektrische Zentrale, die Umformerstation und die Mauer an der Saarbrücker Straße erbaut.
Bis 1993 befand sich die Reparaturwerkstätte des Drahtwerks in der Mechanischen Werkstatt. Seitdem wird eine neue Verwendung gesucht. Ansätze dazu gab es bereits. So fand 1995 das Eröffnungskonzert der Musikfestspiele Saar in der Werkshalle statt. Im Jahr darauf nutzte der Saarpfalzkreis das Gebäude für seine Ausstellung zum „Aktionstag Industriekultur“. Im Inneren bietet die Halle eine beeindruckende Raumwirkung. Die eiserne Stützkonstruktion und der Laufkran erinnern an die frühere Funktion.

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