Schlafhaus (2)

Mit der Vergrößerung des Eisenwerks zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand ein zusätzlicher Bedarf an Arbeitskräften. Während die Arbeiter bis dahin überwiegend aus St. Ingbert und Umgebung kamen, wurden nun auch Arbeitskräfte von außerhalb angeworben. Für diese Arbeiter, die oft jung und ledig waren, erbaute das Unternehmen 1906/07 ein Schlafhaus. Im Erdgeschoss befand sich eine Speiseanstalt.

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Das Schlafhaus bot in 24 Sechsbettzimmern Platz für 144 Bewohner. „Jeder Mann hat einen verschließbaren Schrank. Die Zimmer haben Niederdruckdampfheizung und elektrisches Licht. Zwischen je zwei Schlafzimmern befindet sich ein Waschraum mit 12 Waschbecken und einem Schrank mit Feuerlöschgeräten.*1

In der Speiseanstalt konnten die Arbeiter für ein geringes Entgelt ihre Mahlzeiten einnehmen: „Verabreicht wird morgens Milchkaffee mit Weck, mittags Suppe, Fleisch, Kartoffeln, Gemüse und ein Stück Brot und abends Wurst, Kartoffeln und Salat, oder Fleisch mit Sauce und Kartoffeln nebst Brot usw. Mittwochs und Samstags werden Hülsenfrüchte nebst Fleisch und Brot verabreicht. Von den Arbeitern werden für die reichlichen Mahlzeiten entrichtet: für das Frühstück 15 Pfennig, mittags 45 Pfennig und für das Abendessen 25 Pfennig.*2

In den dreißiger Jahren wurde das Schlafhaus zu Wohnungen umgebaut.

*1 Eisenwerk St. Ingbert 1733-1913, Aachen 1913, S. 73
*2 Ebenda

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