Meisterhäuser Alte Schmelz (5)

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Meisterhäuser

Die vier Häuser am Anfang der Straße entstanden in den 1890er Jahren mit dem Bau des Stahlwerks. Sie verdeutlichen die weitere Entwicklung des Werkswohnungsbaus. Im Unterschied zu den Langhäusern wurde hier keine Rücksicht mehr auf die Geländebeschaffenheit genommen. Jedes Haus enthält drei Wohnungen, die über getrennte Haustüren erschlossen werden und über beide Geschosse reichen. Zwischen den Häusern steht das letzte von einst mehreren Backhäusern der Siedlung.

 

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Das letzte verbliebene Backhaus

Die Häuser ähneln dem Vierfamilienhaus mit Kreuzgrundriss, das im Industriesiedlungsbau dieser Zeit häufig vorkommt. Es ist im Ruhrgebiet und im lothringisch-luxemburgischen Industrierevier weit verbreitet, im Saarland hingegen kaum. Eine Besonderheit der St. Ingberter Häuser besteht darin, dass sie nicht vier, sondern drei Wohnungen enthalten. Die Haus- bzw. Wohnungstüren sind auf die verschiedenen Seiten des Hauses verteilt. Dadurch hatten die Familien keinen gemeinsamen Hausflur, und die Wohnungen waren auch optisch deutlich voneinander getrennt. Mit dieser Grundrisslösung sollten nicht nur die von den Unternehmern immer wieder beklagten Streitigkeiten vermieden werden, es sollte auch auf keinen Fall der Eindruck von „Mietskasernen“ entstehen. Vielmehr wollte die Werksleitung die Bindung der Bewohner an „ihre“ Wohnung fördern. Nur wer seine Wohnung als etwas eigenes betrachtet, so war die Überlegung, geht pfleglich damit um und fühlt sich auch eher dem Unternehmen zugehörig.

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